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Fachexkursion der Wasserwacht im Naturpark Unteres Saaletal

14. April 2016

Foto zum Artikel:

Heimweg mit Blick zum Bernburger Schloss
Foto: Oliver Arndt

Im Rahmen der Fachausbildung Natur- und Gewässerschutz der Wasserwacht fand am Samstag, dem 09.April 2016 eine Exkursion mit Teilnehmern der Wasserwacht-Jugend entlang der Saale bei Bernburg statt. Beginnend an der Vereinsgaststätte des MBSV Bernburg e.V. erkundeten die Teilnehmer die vielfältige Auenlandschaft unter fachkundiger Leitung von Herrn Jahn und Herrn Dr. Arndt vom Naturpark Unteres Saaletal, der seinen Sitz in Bernburg hat. Einige Exkursionsteilnehmer wurden mit den Naturpark-Entdecker-Westen ausgestattet, die der Naturpark Unteres Saaletal für solche Exkursionen bereithält. Das enthaltene  Westenzubehör wie Lupe und Kompass erleichtert das Erkunden und Entdecken.

Beeindruckend war der Frühjahrsaspekt mit den zahlreichen Frühblühern. So konnten bereits im Pfaffenbusch die großen Teppiche von Scharbockskraut, gelber Annemone und Hohlem Lerchensporn bewundert werden. Auch die zahlreichen Gehölze, die nun wieder zu ergrünen beginnen, zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Hier sahen die Teilnehmer dass die einzelnen Gehölzarten auch bereits vor der Blattentfaltung anhand der Rinde oder der Wuchsform des Baumes identifiziert werden können. Das die alten Obstbäume entlang der Feldwege mit ihrem hohen Totholzanteil eine große Rolle für Insekten und Vögel spielen leuchtete allen ein, nachdem in einem Kirschbaum eine Bruthöhle entdeckt wurde.

Der nächste Exkursionspunkt war der Lettebruch zwischen Mittelweg und Grönaer Landstraße. Hier fiel zuerst das sich in unmittelbarer Nähe befindliche und weithin sichtbare Salzbergwerk auf. Die vielfältige aktuelle und historische bergbauliche Nutzung im Umfeld der Stadt Bernburg wird hier besonders deutlich. Aber auch die Veränderung des ehemaligen Tonabbaugebietes konnte veranschaulicht werden. So stellt dieses Bergbaurestgewässer heute, nachdem es von der Natur zurückerobert wurde, einen interessanten Lebensraum für Fische und Wasservögel dar. Neben Stockenten und Blessrallen war sogar ein Haubentaucher zu sehen.

Nachdem die ehemalige Ziegelei mit ihren heute von Gras und Gehölzen überwachsenen alten Bahngleisen und Gebäuden passiert wurde, konnte an der Saalebrücke im ländlich geprägten Gröna zur Stärkung eine Rast eingelegt werden. Das ehemalige Schloss der Herren von Krosigk und die St. Petri-Kirche prägen hier den landschaftlich sehr reizvoll gelegenen heutigen Ortsteil von Bernburg.

Nach dem Überqueren der Brücke wurde der Weg durch die anfangs grünlandgeprägte Aue fortgesetzt. Die Besonderheit der Weiden, typische Auengehölze, die meist zweihäusig getrenntgeschlechtig sind, konnte hier an einem weiblichen Exemplar verdeutlicht werden. Weiter ging der Weg durch einen immer natürlicher wirkenden Auenwald. So ist der hier auf der westlichen Saaleseite gelegene Aderstedter Busch von Flutrinnen und Altarmen der Saale durchzogen. Abgestorbene Bäume inmitten von Wasserflächen und ausgedehnte Schilfröhrichte lassen den Eindruck einer unberührten Auenlandschaft entstehen. Selbst die Anwesenheit des Bibers war durch seine Hinterlassenschaft, ein durch ihn gefälltes Bäumchen mit den markanten Spänen sichtbar, wenn auch von den Exkursionsteilnehmern nur eine Nutria beobachtet werden konnte. Schließlich wurde am Unterlauf der Wipper, die hier am Rande des Kesselbusches im ehemaligen Flussbett der in den 1930er Jahren begradigten Saale verläuft, der Unterschied zwischen Hartholz- und Weichholzaue erläutert.

Der Weg entlang der Ausflugsgaststätte "Reimann" und des Tiergartens Bernburg zeigte, wie wichtig die Auenlandschaft vor den Toren Bernburgs auch für die Erholung der Bevölkerung ist.

Ihren Abschluss fand die Exkursion an der Fähre am Rande der Bernburger Talstadt mit beeindruckendem Panorama des auch als Krone Anhalts bezeichneten Bernburger Schlosses. Nach 10 km Fußmarsch und vielen Eindrücken von der vielfältigen Auenlandschaft im Norden des Naturparks Unteres Saaletal traten die Exkursionsteilnehmer ihren Heimweg an.

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