Die Frühjahrswanderung des Naturparks Unteres Saaletal fand in diesem Jahr am 9. Mai mit Unterstützung unseres Naturpark-Partners, der Naturwerkstatt in Schochwitz, mit dem thematischen Schwerpunkt überlieferter Sagen und Bräuche des Gebietes statt.
Etwa 50 Teilnehmer starteten dort direkt gegenüber der barocken Dorfkirche zur 7 km langen Rundwanderung durch die interessante Landschaft des Laweketals. Die Route führte durch das Luppholz nach Krimpe und über Boltzenhöhe und Räther durch das Laweketal zurück zum Ausgangspunkt.
Der Ort Schochwitz, ehemaliger Adelssitz, wird von einem interessanten dörflichen Ensemble aus Renaissance-Schloss, Dorfkirche St. Benedikt, historischem Pfarrhaus, Wirtschaftshof und Schlossmühle geprägt. Das an den Ort anschließende ca. 40 ha große Waldgebiet des Luppholzes, Stätte lokaler Sagen, wurde durchwandert und dabei die Überlieferung zur mythologischen Figur des „Guten Lubben“ erläutert. Im benachbarten Krimpe gab es einen kurzen Halt an der dort befindlichen Pilgerkirche mit einer schönen Aussicht Richtung Halle.
Weiter ging es zum ehemaligen Gut Boltzenhöhe, gegründet von dem im Gebiet ansässigen Großgrundbesitzer Boltze, wo sich am Südrand der dortigen Siedlung an einer Wegkreuzung die legendären Vierersteine befinden. Diese sogenannten Menhire aus vorgeschichtlicher Zeit und der vergleichbare südlich vom kleinen Ort Räther befindliche auch als Schäferstein bezeichnete Lange Stein sind jeweils mit Informationstafeln des Landesamtes für Archäologie Sachsen-Anhalt ausgestattet. Der historische Hintergrund dieser beiden besichtigten Objekte wurde den Besuchern damit sehr gut verständlich.
Auf der Hochfläche zogen herrliche Ausblicke über die umgebende Auen- und Hügellandschaft die Wanderer in ihren Bann. Neben der Erkundung der interessanten historischen Kulturlandschaft wurden die zahlreichen für das Gebiet überlieferten Sagen an den entsprechenden Standorten thematisiert. Dies ermöglichte den Teilnehmern einen neuen Blick auf Landschaft und Geschichte.
Der Rückweg erfolgte durch die naturschutzfachlich wertvolle Bachauenlandschaft der Laweke mit den hier zahlreich vorhandenen charakteristischen Kopfweiden. An der ehemaligen Kollermühle wurde die letzte Sage vom Kobold von Gorsleben erzählt und damit die Sagenwanderung abgeschlossen. Nach der Ankunft am Ausgangspunkt in Schochwitz konnten sich die Wanderer in der Naturwerkstatt mit einem Imbiss stärken und das direkt am Schloss gelegene Außengelände der Bildungseinrichtung besichtigen.
Start an der Naturwerkstatt in Schochwitz (Bildautor: J. Majchrzak)


